Coiffure a la Belle Poule
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Die "Belle Poule", was soviel heisst, wie "hübsches Huhn" oder "schönes Huhn", eine Fregatte der Dédaigneuse-Klasse (mit 32 Kanonen bewaffnet)
wurde entworfen und gebaut von Léon-Michel Guignace im Jahre 1766.
Berühmt wurde sie für ihr Duell mit der englischen Fregatte HMS Arethusa am 17. Juni 1778,
womit sich Frankreich im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu engagieren begann.
Eine der populärsten Frisuren des 18. Jahrhunderts war die "Coiffure À la Belle Poule"
im Gedenken an den Sieg dieses französichen Schiffes 1778
À la Belle Poule benötigt eine enorme Menge an gelocktem und gepudertem Haar,
welches über ein Draht-Gestell auf dem Kopf der Trägerin festgesteckt wird.
Das Haar wurde anschliessend dekoriert mit einem Modell der Belle Poule, inklusive Segeln und Flaggen.
Die Kundin, für die ich dieses extravagante Stück umsetzen durfte, wollte es als eine Art Hut gestaltet haben,
um modernen Ansprüchen an die Tragbarkeit zu genügen.
Hier meine Interpretation:
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Masten, Segel, Flaggen------------Bug mit "Galeonsfigur",----------Masten mit Takelage, ---------------Heck
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Deck -------------------------------und Draufsicht
Die Belle Poule wird mit einem Steckkamm am Heck, und Haarnadeln,
welche am Rumpf ringsum durch Schlaufen gesteckt werden können, am Kopf befestigt.
Es stecken knapp 40 Stunden Arbeit in diesem Sück.
Die zweite Belle Poule war in lila und silber gewünscht:
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Und noch im Detail:
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Aufgrund des vielfältig benötigten Materials für die aufwändigen Details welches in meinem Fundus meist nur einmalig vorhanden ist,
kann ich die "Belle Poule" nur als absolute Einzelstücke anfertigen.
Preis auf Anfrage!
Es war zu dieser Zeit der größten Ausschweifungen (1770-1778) üblich, auch Tagesereignisse auf den Kopf frisieren zu lassen. Leider sind aufgrund des kurzlebigen Charakters dieser Frisuren keine zeitgenössischen Gemälde verfügbar.
Diese Modeerscheinung wurde auch jäh durch die Französische Revolution beendet.
Die nachfolgenden Abbildungen sind allesamt Karikaturen, welche aber den äusserst populären Charakter dieser Haartrachten belegen.
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Diese Frisuren wurden tatsächlich in den Jahren 1775-1786 getragen.
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1777 ------------------- 1777 -------------------- 1779 -------------------- 1785 -------------------- 1786 ------------------ 1786
Fontange
Die Fontange ist eine hohe, über einem Gestell aus Draht aufgebaute Haube, die etwa von 1685 bis 1715 von Frauen in Europa getragen wurde.
Auch der gesamte Aufbau aus Haube und Frisur wird Fontange genannt.
Der Name bezieht sich auf die Herzogin von Fontanges, eine Maitresse von Ludwig XIV.
Mehrere unterschiedliche Legenden schreiben ihr die Erfindung dieser Art Kopfbedeckung zu.
Die verbreitetste erzählt, der Herzogin habe sich auf einem Jagdausflug mit dem König die Frisur gelöst, woraufhin sie das Haar kurzerhand mit einem Band oben auf dem Kopf befestigte.
Der König soll von dieser Frisur begeistert gewesen sein, und so schmückten sich binnen kurzem alle Damen des Hofes mit Fontangen.
Als die Fontangen um 1695 – 1700 ihre größte Höhe erreichen, wird berichtet, dass der König ihrer mittlerweile überdrüssig sei, doch gegen die Mode ist selbst der Sonnenkönig machtlos.
Erst nach seinem Tod 1715 verschwinden Fontangen aus der Mode.
Die Fontange wurde zwar zuerst am französischen Hof getragen, aber nicht zur Hofkleidung, sondern nur zum Negligé, speziell zum Manteau.
(Quelle: Wikipedia)
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Und hier erst mal mein Prototyp
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Verschiedene cremefarbene Spitzen und Borten, schwarzes Satinband, Goldspitze, goldfarbener Organza
und die breite Spachtelspitze der ehemaligen Schlafzimmervorhänge meiner Eltern ;-)
Die Haube ist im Nacken zum Binden und hat innen ein verstärktes Kopfteil, welches auf dem Oberkopf aufliegt.
Dieses Modell ist ohne Drahtverstärkung und vorne "nur" 11 cm hoch!
Noch ein paar Bilder in Farbe
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Haube
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Das "Schokoladenmädchen" von Jean-Étienne Liotard von 1744
welches in der Gemädegalerie Alte Meister in Dresden ausgestellt wird, sollte ich für eine Kundin anfertigen.
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Schokoladenmädchen 01
So sah meine Interpretation für die Kundin aus.
Dupion-Seide rosa, bestickter Seidenorganza unterlegt mit rosa Seide, alte Spitze, hellblaues Satinband, rosa Baumwollfutter.
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Schokoladenmädchen 02
Dupion-Seide rosa, bestickter Seidenorganza unterlegt mit rosa Seide, alte Spitze, hellblaues Satinband, rosa Baumwollfutter
Dieses Exemplar habe ich zusätzlich als Ausstellungsstück angefertigt.
Dreispitz - Dreimaster - Tricorne - 1690 - 1790
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Ein auf drei Seiten hochgekrempter, abgesteifter Herrenhut aus Filz, ... der um 1690 aufkam.
Er entwickelte sich aus dem großen runden Schlapphut des 17. Jhs., dessen wahrscheinlich
wegen ihrer Größe unbequem gewordene Krempe individuell aufgeschlagen und durch eine Schnur,
die Audac in der gewünschten Form gehalten wurde.
Anfang des 18. Jhds. war seine hintere Krempe stärker als die beiden seitlichen hochgeschlagen,
er lief vorn in einer markanten Spitze aus.
Ab etwa 1740 waren seine drei Seiten gleichmässig hoch, ohne den Kopf zu überragen.
Der sichtbare Rand des Dreispitzes war mit silbernen oder goldenen Borten und zeitweilig mit einer Kokarde verziert.
Um 1700 schmückten ihn ausserdem zwei vorn befestigte, wehende Straußenfedern,
die später um den Hutkopf gelegt wurden und als Plumage über den Rand ragten.
Um 1695-1778/79 wurde der Dreispitz meist, um die Perücke nicht in Unordnung zu bringen als Chapeau bras unter dem linken Arm getragen.
Der Dreispitz war ursprünglich ein Privileg der oberen Stände,
erst nach 1720 trug ihn der Bürger,bald auch der "gemeine Mann".
In der Frauenkleidung wurde er Teil der Reitkleidung und des Maskenkostüms, der Bautta.
Ende 1780 entwickelte sich der Dreispitz zum Zweispitz und wurde im zivilen Bereich vom Hohen Hut, dem Zylinder, abgelöst.
Quelle: Ingrid Loschek, Reclams Mode- & Kostümlexikon
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Hier erst einmal der Prototyp, wie auf dem Portrait der "Eleonore von Wintersfeld" eines unbekannten schwedischen Malers um 1720
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Mini-Dreispitz 01
Der Mini-Dreispitz entspricht einem Kopfumfang von ca. 28 cm und wurde aus bestem Wollfiz hergestellt.
Auf dem Kopf hält er mit einem Haarreif und einem Kamm.
Die roten und weissen Federn sind hinter dem Dreispitz einzeln in den Haaren festgesteckt und gehören nicht zur Hutdeko.
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Mini-Dreispitz 04 Mirja - hier ist die Befestigung mit schmalem Haarreif und Steckkamm gut zu sehen.
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Mini-Dreispitz 02 Katrin -
Das zweite Exemplar davon habe ich auf Kundenwunsch mit Gesichtsschleier
und silbergrauen Perlen sowie zwei Straußenfedern ausgestattet.
Das Schmuckelement ist von Daniela Pantke
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Mini-Dreispitz 03 Angela - mit Gesichtsschleier
Anfertigung eines Mini-Dreispitz von 120,-- € (Grundmodell mit Haarreif und Steckkamm)
bis ca. 150,-- € (mit Perlenstickerei, 2-3 Straußenfedern, Brosche, Borte und/oder Netz-Schleier)
So, und jetzt zu den "normalen" Dreispitzen:
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Dreispitz 06 Hans - Hier habe ich ein sehr ausladendes frühes Exemplar ausgestaltet.
Ich sehe diese großen Dreispitze als Bindeglied zwischen dem Barockhut
und den späteren, kleineren, geschlossenen Dreispitzen des Rokoko. (Preis ca. 220,-- €)
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Damen-Dreispitz 01 aus dunkelblauemWollfilz mit Garnitur aus Samtband und Spitzen.
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Dreispitz 05 Helga I - aus royalblauem samtweichen feinen Haarfilz mit Spitzenrüsche, Goldborte und Brosche.
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Dreispitz 03 Gabriele aus dunkelbraunem Wollfilz mit Rosette aus dem Kleidstoff und antiker Strassbrosche
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Dreispitz 04 Helga II- aus dunkelbraunem feinen Wollfilz mit Rosette, Bändchenborte, Straußenfeder und antiker Straßbrosche
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Damen-Dreispitz 02 aus feinstem weichen Hasenhaarfilz mit Garnitur aus Borten, Bändern und Spitze. Mit Straßschmuck.
Und noch ein schlichteres Exemplar:
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Dreispitz recy 01 - Dies hier ist ein geschlossener Dreispitz, die Krempe liegt mit dem oberen Rand am Kopf an.
Noch drei der Exemplare, die ich 2012 für meine Märkte angefertigt habe:
Dreispitz - Anfertigung nach Verfügbarkeit der Hutstumpen ab 145,-- € (einfaches Modell in schwarz, ohne Federn und Deko)
Hier kommen noch ein paar Herren, die ihren Dreispitz unter dem Arm tragen:
Bergère, Shepherdess / Milkmaid / Skimmer Hat - 1730 - 1780
Die Bergère (Schäferin) -
extrem breitkrempiger Stohhut mit flachem Kopf und waagerechter bis leicht abfallender Krempe.
Dieser Hut kam mit der Schäfermode und den Schäferspielen im Rokoko auf, die den Gegenpol zum strengen Hofzeremoniell setzten, und heutzutage als Casual bezeichnet würden. Natürlich gab es auch prächtig gezierte Varianten davon.
Die Bergère kam aus England und fand über Frankreich bis Amerika Eingang in die Mode.
Die Hüte wurden ursprünglich aus dem teueren italienischen Leghorn-Stroh geflochten,
erst später auch in Heimarbeit von Frauen aus einheimischen Stroharten, und nach 1760 aus billigerem China-Stroh.
Getragen
wurde die Bergère über einer Rüschenhaube oder auf den hohen Coiffuren, mit einem Band unter dem Kinn gebunden. Die breiten Bänder waren oft die einzige Zierde und konnten über und unter dem Hut angebracht sein. Dekoration waren verschiedenste Blumen, Borten, Rüschen, oft waren die Hüte oben und/oder unten mit Stoff überzogen.
Die Grundform aus Stroh ist sehr schwierig zu finden, ich konnte in Amerika jedoch zwei verschiedene Modelle auftreiben.
Bergère 01 - 40 cm Durchmesser, dekoriert mit breiten himmelblauen und schmalen cremefarbenen
kräftigen Moire-Satinbändern aus alter Produktion, sowie verschiedenen Acker-und Wiesenblumen und Blättern aus Textilgewebe.
Prototyp noch zu haben für 100,-- Euro.
Bergère 02 - 50 cm Durchmesser, dekoriert mit textilen Rosen, goldenem Satinband,
cremefarbenem Satinband, Borte und zarter goldener Spitze.
Bergère - Anfertigung ab 115,-- € - nach Verfügbarkeit der Strohhüte